Start › Spiele-Lexikon › Schafkopf
Schafkopf ist in Bayern ein Stück Alltagskultur: vier Spieler, ein deutsches Blatt und die Frage, wer mit wem spielt. Beim Rufspiel verrät das erst die gerufene Sau.
In 30 Sekunden erklärt
- ZielDie Spielerpartei braucht mindestens 61 der 120 Augen.
- StartZu viert mit dem deutschen Blatt, jeder bekommt acht Karten.
- AnsagenReihum sagt jeder, ob er spielen will. Solo und Wenz gehen vor dem Rufspiel.
- RufspielDer Spieler ruft eine Sau, von deren Farbe er eine Karte hat. Wer sie hält, ist sein heimlicher Partner.
- WertungOber, Unter und Herz sind Trumpf. Augen: Sau 11, Zehn 10, König 4, Ober 3, Unter 2.
Worum geht es?
In jedem Spiel spielt eine Partei gegen die andere – beim Rufspiel zwei gegen zwei, beim Solo und Wenz einer gegen drei. Die Spielerpartei braucht mindestens 61 der 120 Augen. Wer mit wem spielt, weiß beim Rufspiel zu Beginn nur der Partner selbst.
Vorbereitung
- Ihr spielt zu viert mit dem deutschen Blatt: Eichel, Gras, Herz und Schellen, jeweils Sieben bis Ass. Das Ass heißt hier Sau.
- Jeder bekommt acht Karten, meist in zwei Päckchen zu vier.
- Vereinbart vorher, ob ihr um Punkte oder um kleine Beträge spielt, und legt den Tarif fest.
So wird gespielt
- Trümpfe von hoch nach niedrig: die vier Ober (Eichel, Gras, Herz, Schellen), die vier Unter in derselben Reihenfolge, dann Herz-Sau, Herz-Zehn, Herz-König, Herz-Neun, Herz-Acht und Herz-Sieben.
- Spiel ansagen: Reihum sagt jeder, ob er spielen möchte. Wer das höchste Spiel ansagt, spielt – ein Solo oder Wenz geht vor dem Rufspiel.
- Rufspiel: Der Spieler ruft eine Sau (Eichel, Gras oder Schellen), von deren Farbe er selbst mindestens eine Karte hat – die Sau aber nicht. Wer die gerufene Sau hält, ist sein Partner, ohne dass es die anderen wissen.
- Stiche: Es muss Farbe oder Trumpf bedient werden. Wer nicht bedienen kann, darf stechen oder abwerfen. Die höchste Karte gewinnt den Stich. Wird die gerufene Farbe ausgespielt, muss die gerufene Sau kommen.
- Gewinnen: Im Spiel stecken 120 Augen (Sau 11, Zehn 10, König 4, Ober 3, Unter 2). Die Spielerpartei gewinnt mit 61 Augen.
Eine Beispielrunde
Sepp hat vier Trümpfe und die Gras-Zehn, aber keine Gras-Sau. Er sagt an, dass er spielt, und ruft die Gras-Sau. Resi hat sie – ab jetzt spielt sie mit Sepp, verrät sich aber erst, als Gras ausgespielt wird und sie die Sau zugeben muss. Am Ende haben Sepp und Resi 74 Augen und gewinnen das Rufspiel.
Varianten
- Solo: Ein Spieler bestimmt eine Trumpffarbe und spielt allein gegen die drei anderen.
- Wenz: Nur die vier Unter sind Trumpf; die Ober gehören wieder zu ihren Farben.
- Ramsch (Hausregel): Will niemand spielen, verliert in vielen Runden, wer die meisten Augen sammelt.
Typische Fehler und Streitfragen
- Ober und Unter als Farbe: Sie sind immer Trumpf (beim Wenz nur die Unter) und bedienen keine Farbe.
- Falsch gerufen: Gerufen werden darf nur eine Sau, deren Farbe man selbst auf der Hand hat – nicht die eigene Sau und nie die Herz-Sau.
- Sau zurückhalten: Wird die gerufene Farbe ausgespielt, muss die gerufene Sau kommen. Regionale Sonderregeln dazu vorher klären.
Tipp: Neulinge starten am besten nur mit Rufspielen und nehmen Solo und Wenz dazu, sobald die Trumpfreihenfolge sitzt. Die Abrechnung mit Schneider, Laufenden und Verdopplungen übernimmt der Schafkopf-Rechner.
Häufige Fragen zu Schafkopf
Was ist ein Rufspiel beim Schafkopf?
Der Spieler ruft eine Sau einer Farbe, die er selbst führt. Wer diese Sau hat, spielt mit ihm zusammen gegen die beiden anderen.
Wie viele Augen braucht man beim Schafkopf?
61 von 120. Hat eine Partei weniger als 31 Augen, ist sie Schneider; macht sie keinen Stich, ist sie schwarz.
Kann man Schafkopf mit französischen Karten spielen?
Ja: Kreuz entspricht Eichel, Pik entspricht Gras, Karo entspricht Schellen; die Dame ist der Ober, der Bube der Unter. Gewohnter ist aber das deutsche Blatt.
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